29.03.2015: Orgelkonzert mit Walter Knöpfel

Termine:

Sonntag, 25. Januar 2015

Sonntag, 22. Februar 2015

Sonntag, 29. März 2015

jeweils um 17:00 Uhr

Bach – oder nicht?

Die Bach-Forschung fördert auch heute noch laufend neue Erkenntnisse zum Werk Johann Sebastian Bachs zu Tage. So ist bspw. vor gar noch nicht allzu langer Zeit ein neues Stück von ihm entdeckt worden, die Sopranarie „Alles mit Gott, und nichts ohn‘ ihn“. Sie erhielt die Bachwerkverzeichnis Nummer BWV 1127. Im Bereich der Orgelwerke stellten sich dafür immer wieder einzelne Werke als unklaren Ursprungs heraus. So werden bspw. die so genannten 8 kleinen Präludien und Fugen BWV 553 – 560 heute nicht mehr direkt Bach zugeordnet. Möglicherweise hat er seinen Schülern Kompositionsaufträge erteilt und diese dann durchgesehen und korrigiert. Diese acht frischen und farbigen Orgelstücke könnten also von seinen Schülern stammen. Andere Werke hat er unter Umständen abgeschrieben und in seiner Sammlung gehabt; und die Werke einiger italienischer Meister, wie Vivaldis Konzerte für Streichorchester, haben ihm so gut gefallen, dass er sie für Cembalo und Orgel gesetzt hat.

Walter Knöpfel

Walter Knöpfel

Er wurde 1962 in Zürich geboren. Seinen ersten Klavierunter-richt erhielt er mit 7 Jahren. Mit 13 Jahren wurde er in die Orgelklasse von Hans Gutmann, Organist an der Pauluskirche in Zürich, aufgenommen. Hans Gutmann hat bei Marcel Dupré in Paris Orgel studiert. Später, und parallel zur kauf-männischen Ausbildung, fand Orgelunterricht und Unterricht in Chorleitung bei Herbert Blattner in Zürich-Leimbach statt. Es folgte die Gesangs-ausbildung bei Mikoto Usami und Peter Thalmann in Zürich. Orgel-Interpretationsseminare bei Prof. Rudolf Meyer in Winterthur (1999) und Prof. Stefan Engels in Leipzig (2014) runden die musikalische Ausbildung ab.

Heute ist Walter Knöpfel als nebenberuflich tätiger Musiker an den 4 Orgeln in Stammheim tätig, wo er auch den Kirchenchor leitet. Stellvertretungen führen ihn zudem an die Orgeln in Büsingen (an die Wegscheider Orgel in der Bergkirche auch zu Konzerten), Gailingen, Gottmadingen, Singen und Zürich-Seebach. Er ist Mitglied des Ensemble 2010 unter der Leitung von Beat Fritschi. Seit 2005 setzt er einen Schwer-punkt auf das Studium der Bach-Kantaten und ist als Mitglied der Freunde des Bach-Archivs Leipzig regelmässig zu Studienzwecken in Leipzig. In Stammheim leitet er seit 2009 die jährlich stattfindende Aufführung einer Bach-Kantate. Als Mitglied der GdO (Gesell-schaft der Orgelfreunde, Mettlach D) und Verfechter der von Prof. Rudolf Meyer im Bereich Orgelbau erklärten Werte ist es ihm ein Anliegen, qualitativ hochstehenden Orgelbau zu fördern und wo nötig gute Instrumente vor dem Abbau und Abbruch zu bewahren. Hier verbindet Walter Knöpfel seit über 20 Jahren eine enge Zusammenarbeit mit der Orgelbaufirma E. Erni aus Stans in der Schweiz. Ein erfreulicher Meilenstein war die Restaurierung der Weigle-Orgel von 1937 in Gottmadingen, welche heute an ihrem Original-Standort wieder ungehindert ihre Klangpracht entfalten kann.

Nachdem 2014 das Jubiläum der Kuhn Orgel in Stammheim mit verschiedenen Konzerten im Vordergrund der Aktivitäten stand beinhalten die aktuellsten Projekte von Walter Knöpfel die Förderung der Chormusik Felix Mendelssohns in Stammheim und die Rettung einer wertvollen und klangschönen Dold Orgel aus dem Jahr 1936. Für 2016 ist der nächste Aufenthalt in Leipzig geplant.